Umgeben von Geschichten

Wenn wir die Augen offen halten sehen wir, dass wir von Geschichten umgeben sind. Wie oft gehen wir achtlos an abgelegten Blumen vorbei? Wie oft überhören wir die Signale die uns andere senden und gehört werden wollen?

Ich versuche seit einiger Zeit bewusst das Handy aus der Hand zu legen und nicht mehr Teil der Generation “Head Down” zu sein. Der rastlose Takt der Nachrichten, E-Mail und Social Media Feeds kann auch mal warten.

Wer hat diese Blume abgelegt und warum? Ist es eine Erinnerung an eine alte Liebe, oder ein Gedenken an jemanden der hier früher gelebt hat? Vielleicht ist es doch ganz einfach eine vergessene Blume einer Hochzeitsfeier des Standesamtes nebenan? Ich werde es nie wissen, aber die Blume hat mich daran erinnert wieder mehr auf die Geschichten zu achten die uns jeden Tag umgeben.

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Nahe neue Welt

Wenn Prominente Menschen über Social Media von der anderen Seite der Welt antworten als wäre man gemeinsam in einem Raum - nimmt es ihnen das Mysterium oder macht es sie nahbarer, sympathischer und sorgt dafür dass man sich besser mit ihnen identifizieren kann? Folgt man nicht lieber jemanden der einen selbst wahrnimmt? Gerade jetzt nach #metoo und den Skandalen der gefallen Götter wie z.B. Kevin Spacey, R.Kelly und vor allem dem großen, mysteriösen Pan Michel Jackson ist die Zeit der entrückten und überlebensgroßen Megastars wohl endgültig vorbei. 

Die Verführung liegt in dem Gefühl jetzt mit ihnen befreundet sein zu können bzw offen zu sein für Werbung und gezielter Beeinflussung wo man keine erwartet.  

Trotzdem ist es nicht fantastisch unkompliziert Kontakt aufnehmen zu können mit Künstlern die Dich bewegen, auch wenn sie tausende Kilometer entfernt leben? Finden sich soziale Gruppen und Gleichgesinnte nun weltweit über Social Media und erfüllen die Vision einer globalen Gemeinschaft? 

JA

Und es ist wunderschön und schrecklich zu gleich.

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Hört es doch zu?

Manchmal klingt es so einfach, wünsche Dir etwas vom Universum und es wird sich erfüllen. Ich halte das ja für Quatsch. Man setzt sich ein Ziel, arbeitet dafür und irgendwann zahlt es sich aus. Vielleicht anders als man es geplant hat, aber trotzdem. Von nichts kommt nichts.

Und doch häufen sich manchmal die Zufälle. Seit einiger Zeit denke ich darüber nach wieder mehr kreative Seitenprojekte anzugehen. Wünsche es mir also. Und tatsächlich tauchen in meinen YouTube Abos Videos auf die sich mit ähnlichen Gedanken befassen wie sie mich auch beschäftigen. Was bleibt von mir, was bedeutet Fotografie für mich, tu es einfach und zerdenke es nicht usw..  

Jetzt bin ich die Aufgabe angegangen, z.B. mit dem Wiederbeleben meiner Webseite / Blog und finde auch wieder Freude an der Fotografie. Zu meiner eigenen Überraschung wurde ich in den letzten Tagen gefragt ob ich  Bilder für die Webseite einer Freundin machen kann, die große Feier zu einem runden Geburtstag dokumentieren und für ein interessantes Fotoprojekt die Bilder Shooter möchte?!?! 

Vielleicht hört es doch zu. Ich glaube zwar immer noch nicht daran, doch der Gedanke dass es doch so sein könnte ist durchaus tröstlich.

Wahrheit oder Schönheit

Wahrheit oder Schönheit, ist das wirklich ein Gegensatz? Und wenn ja - warum? In der Fotografie berühren mich Bilder die einen Blick in die Seele der Menschen gestatten, oder die einen besonderen Moment einfangen. Betrachte ich jedoch Bilder aus vielen sozialen Reportagen so spüre ich vornehmlich Kälte. Natürlich müssen die Fotografen eine Distanz zu ihren Subjekten halten um sich selbst zu schützen, doch dadurch erscheinen sie mir als Objekte. Es findet eine Entlarvung statt die den Menschen alle Schönheit, Anmut und Würde raubt.

Dies ist nicht das, was ich in meinen Fotografien einfangen möchte. Ich möchte die Schönheit zeigen die jedem Menschen eigen ist. Warum sonst sollten sie mir genug vertrauen?

Hören

Können wir alle nicht mehr hören? Nehmen wir unser Gegenüber nur noch war ohne zu hören was es sagt? Versuchen wir nur wie Labormäuse vorgefertigten Pfaden zu folgen? Wenn nicht, warum muss ich immer wieder das Gleiche erzählen, warum muss ich selber so oft nachfragen oder stelle eine Frage obwohl mir mein Gegenüber gerade dies erzählt hat?

Ich werde versuchen genauer und aufmerksamer zuzuhören. Auch wenn ich mir wieder nichts merken kann, so habe ich doch jemanden das Gefühl gegeben wahrgenommen zu werden.